Wann Contao besser zu deiner Organisation passt als WordPress
Sobald eine Agentur Contao ins Spiel bringt, fragt sich jeder, ob WordPress nicht reicht. Beide sind frei verfügbar und laufen auf PHP, tragen aber sehr verschiedene Projekte. Hier erfährst du, wann welches System zu deiner Organisation passt.
Lesedauer: 6min
Warum die Frage bei Organisationen überhaupt aufkommt
WordPress läuft laut W3Techs (Stand 2. November 2026) auf 39,5 Prozent aller Websites und hält 58,2 Prozent unter den Systemen, die sich erkennen lassen. Contao ist ein deutlich kleineres System. Das Projekt selbst nennt über 175.000 Websites, eine starke Community im deutschsprachigen Raum und eine Lizenz (LGPL Version 3), die den freien Einsatz auch in kommerziellen Projekten erlaubt. Der Größenunterschied ist kein Qualitätsurteil, aber er prägt, wie viele Erweiterungen, Fachleute und Erfahrungswerte du am Markt vorfindest.
Die Frage taucht meist auf, wenn aus einer Website ein gewachsener Auftritt geworden ist: mehrere Sprachen, mehrere Redaktionen, klare Zuständigkeiten und ein Haus mit Vorgaben zu Datenschutz und Sicherheit. Genau dort unterscheiden sich die beiden Systeme in ihrer Grundhaltung. Wenn du zuerst grundsätzlich klären willst, welches System überhaupt zu deinem Vorhaben passt, hilft der Beitrag darüber, wie du das CMS findest, das zu deinem Unternehmen passt. Für den Vergleich mit einem weiteren Schwergewicht lohnt der Blick darauf, wann Typo3 die bessere Wahl ist und wann WordPress genügt.
Wie sich WordPress und Contao im Kern unterscheiden
WordPress ist ein Baukasten aus Kern, Themes und Plugins. Vieles, was eine Organisation braucht, etwa Mehrsprachigkeit, feinere Rechte oder zusätzliche Formulare, kommt als Erweiterung dazu. Das macht den Einstieg schnell und das System flexibel, verlagert aber Verantwortung auf den Bestand an Erweiterungen.
Contao baut auf dem Symfony Framework auf und bringt laut Hersteller viele dieser Funktionen schon im Kern mit: mehrere Sprachen, mehrere Websites in einer Installation, detaillierte Benutzerrechte, Meta Angaben je Seite, schema.org Markup und eine automatische XML Sitemap. Der Unterschied liegt also weniger darin, was möglich ist, als darin, woher es kommt: aus dem Kern oder aus dem Zusammenspiel vieler Erweiterungen. Die Übersicht fasst die wichtigsten Unterschiede zusammen.
Kriterium | WordPress | Contao |
|---|---|---|
Grundprinzip | Kern plus Themes und Plugins | Kern auf Symfony Basis, gezielte Erweiterungen |
Verbreitung | 39,5 Prozent aller Websites | über 175.000 Websites laut Hersteller |
Mehrere Sprachen | meist über ein Plugin | im Kern vorgesehen |
Rechte und Rollen | Standardrollen, Feinsteuerung per Plugin | detaillierte Benutzerrechte im Kern |
Redaktion | Block Editor, vielen vertraut | Seitenbaum mit Artikeln und Inhaltselementen |
Fachleute am Markt | sehr viele | weniger, vor allem im deutschsprachigen Raum |
Was Sicherheit und Updates in beiden Systemen bedeuten
Patchstack zählt für 2025 insgesamt 11.334 neue Schwachstellen im WordPress Umfeld, 42 Prozent mehr als im Vorjahr. 91 Prozent davon steckten in Plugins, 9 Prozent in Themes, auf den Kern entfielen sechs Fälle. Bei 46 Prozent gab es zum Zeitpunkt der Offenlegung noch keinen Fix des Entwicklers. Das Risiko liegt bei WordPress also im Bestand an Erweiterungen, nicht im Kern. Je weniger Plugins du betreibst, desto kleiner ist die Angriffsfläche. Welche Schutzmaßnahmen darüber hinaus zählen, zeigt der Beitrag über die wichtigsten Schutzmaßnahmen für deine Website.
Contao verfolgt einen klaren Supportzyklus. Laut Release Plan werden LTS Versionen drei Jahre aktiv gepflegt und danach ein weiteres Jahr mit Sicherheitsupdates versorgt. Nach den Angaben von endoflife.date (Stand 10. Oktober 2026) läuft die Version 5.7 LTS bis zum 14. Februar 2030, die Version 5.3 LTS bis zum 14. Februar 2028. Die Version 6.0 vom 26. August 2026 ist keine LTS Version und bekommt Sicherheitsupdates nur bis zum 14. Februar 2027. Für eine Organisation mit Freigabeprozessen ist das gut planbar, solange du produktiv auf eine LTS Version setzt und den nächsten Versionssprung früh einplanst.
Rechte, Sprachen und mehrere Websites im Redaktionsalltag
Hier liegt oft die eigentliche Entscheidung. Betreibst du mehrere Standorte, Marken oder Sprachen, brauchst du eine Struktur, in der jede Redaktion ihren Bereich pflegt und niemand versehentlich fremde Seiten ändert. Contao nennt mehrere Websites in einer Installation, Mehrsprachigkeit und detaillierte Rechte als Standard. WordPress kann das ebenfalls, über Multisite und passende Plugins, verlangt dafür aber mehr Abstimmung zwischen den Erweiterungen. Wie du mehrere Sprachen sauber aufsetzt, steht im Beitrag darüber, wann sich eine mehrsprachige Website wirklich lohnt.
Bevor du dich festlegst, solltest du diese Fragen beantworten können:
Wie viele Sprachen und Standorte betreibst du heute, und wie viele sind es in drei Jahren?
Wer darf Inhalte anlegen, wer gibt frei und wer darf nur lesen?
Welche Funktionen soll das System im Kern mitbringen, und welche dürfen Erweiterungen sein?
Wer spielt Updates ein, und wie lange soll eine Version unterstützt werden?
Auch bei der Barrierefreiheit hilft die Frage nach dem System nur begrenzt. Contao nennt als Ziel Websites nach BITV 2.0 und dem European Accessibility Act und beschreibt den Redaktionsbereich als weitgehend barrierefrei. Ob die fertige Seite die Anforderungen erfüllt, entscheidet aber das Template und nicht das System. Was das Gesetz verlangt, steht im Beitrag über das, was das BFSG 2026 von deiner Website verlangt.
Gestaltung und Markenauftritt sind eine Frage der Umsetzung
Kein System macht eine Website schön. Bei WordPress bestimmt oft ein gekauftes Theme, wie weit die Gestaltung gehen kann, und jede Abweichung davon kostet Aufwand. Contao arbeitet mit eigenen Templates und gibt Entwicklern viel Kontrolle über das Markup, bringt dafür aber in der Regel weniger fertige Designs mit. Beides führt zu einem starken Markenauftritt, wenn die Gestaltung individuell entsteht und nicht aus einer Vorlage übernommen wird.
Für dich heißt das: Frag nicht, welches System hübscher ist, sondern welche Agentur deine Marke in diesem System überzeugend umsetzt. Woran du eine WordPress Agentur erkennst, die über Themes hinausdenkt, zeigt der Beitrag über die Auswahl einer WordPress Agentur. Dieselben Maßstäbe gelten für jede Contao Agentur: Verlang Referenzen, einen geregelten Update Prozess und ein Angebot, das Konzept, Umsetzung und Betrieb getrennt ausweist.
Kosten und Aufwand über die Laufzeit
Lizenzkosten fallen bei beiden Systemen nicht an, beide sind frei verfügbar. Das Geld fließt in Konzeption, Umsetzung und Betrieb. Bei WordPress bleibt der Einstieg günstig, solange der Standard genügt, und steigt mit jedem Plugin, das gepflegt, geprüft und kompatibel gehalten werden muss. Bei Contao liegt der Aufwand stärker im Projekt selbst, dafür ist der Bestand überschaubarer. Weil es weniger Fachleute gibt, solltest du früh klären, ob deine Agentur das System regelmäßig einsetzt und wer im Vertretungsfall übernimmt.
Rechne deshalb über mehrere Jahre und nicht nur bis zum Launch. Wie eine solche Rechnung aussieht, zeigt der Beitrag darüber, was eine Typo3 Website über fünf Jahre wirklich kostet. Das Prinzip lässt sich auf beide Systeme übertragen. Und wenn du von einem bestehenden System wechselst, plane die Migration ein: Wie du dabei deine Rankings mitnimmst, steht im Beitrag über einen Website Relaunch ohne Rankingverlust.
Wann WordPress passt und wann Contao
Für WordPress spricht, wenn viele Redakteure mit einem vertrauten Editor arbeiten sollen, wenn du auf einen großen Markt an Erweiterungen und Fachleuten Wert legst oder wenn besondere Funktionen schnell verfügbar sein müssen. Voraussetzung ist ein geregelter Update Prozess und ein bewusst klein gehaltener Plugin Bestand.
Für Contao spricht, wenn Mehrsprachigkeit, mehrere Websites und fein abgestufte Rechte von Anfang an zum Auftritt gehören, wenn du einen planbaren Supportzyklus mit langer Laufzeit brauchst und eine Agentur hast, die das System sicher beherrscht. Die schlechteste Wahl ist ein System, das deine Agentur nicht regelmäßig einsetzt.
Zu keinem von beiden passt oft ein reiner Marketing Auftritt, bei dem Gestaltung, Tempo und geringer Pflegeaufwand zählen und die Redaktion überschaubar bleibt. Dort lohnt der Blick darauf, ob Framer oder WordPress zu deiner Unternehmenswebsite passt.
Fazit: Entscheide nach Redaktion und Betrieb, nicht nach Verbreitung
WordPress überzeugt durch Verbreitung und Flexibilität, Contao durch einen starken Kern und einen klaren Supportzyklus. Welches System trägt, hängt davon ab, wie viele Sprachen, Standorte und Redaktionen du hast und wer den Betrieb dauerhaft übernimmt. Wenn du unsicher bist, unterstützen wir dich bei Systemwahl und Umsetzung. Schreib kurz, was die Website leisten soll und wie viele Menschen daran arbeiten, und melde dich für ein Erstgespräch.
Quellen
W3Techs über den Marktanteil von WordPress unter allen Websites
w3techs.com/technologies/details/cm-wordpressPatchstack über den Stand der WordPress Sicherheit 2026 mit Zahlen zu Plugins und Themes
patchstack.com/whitepaper/state-of-wordpress…Contao über Lizenz, Funktionen, Barrierefreiheit und Verbreitung des Systems
contao.org/en/endoflife.date über Veröffentlichung und Supportzeiträume der Contao Versionen
endoflife.date/contao






