Woraus sich die Kosten für einen Website Relaunch ergeben
Die meisten Relaunch Angebote scheitern nicht am Preis, sondern daran, dass vorher niemand gezählt hat, wie viele Bestandsseiten mitwandern müssen. Genau dort entsteht der Unterschied zwischen achttausend und vierzigtausend Euro. Hier steht, welche Posten dein Budget wirklich bestimmen.
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Warum ein Relaunch anders kalkuliert wird als ein Neubau
Bei einer neuen Website beginnt alles bei null. Es gibt keine Seiten, die erhalten bleiben müssen, keine Rankings, die verloren gehen können, und keine Redaktion, die seit Jahren nach einem eingespielten Muster arbeitet. Ein Relaunch hat all das. Deshalb ist die häufigste Fehleinschätzung, ihn mit dem Preis eines Neubaus zu vergleichen und sich zu wundern, warum das Angebot höher liegt.
Der Unterschied liegt im Bestand. Eine gewachsene Unternehmenswebsite trägt Inhalte aus mehreren Jahren, oft in einer Ordnung, die niemand mehr bewusst entschieden hat. Jede dieser Seiten muss beim Relaunch dieselben drei Fragen beantworten. Bleibt sie unverändert, wird sie mit einer anderen zusammengelegt, oder verschwindet sie ganz. Diese Entscheidung kostet Zeit, bevor die erste Gestaltung entsteht. Wer sie überspringt, zahlt sie später doppelt, weil im laufenden Betrieb nachgearbeitet wird.
Die Nielsen Norman Group weist darauf hin, dass ein vollständiger Neuaufbau nur dann trägt, wenn Daten ihn stützen. Genannt werden durchgehend schwache Conversion, veraltete Technik, die notwendige Änderungen blockiert, und eine Struktur, die nach Jahren Flickwerk nicht mehr zusammenpasst. Trifft keiner dieser Punkte zu, ist der Relaunch teurer als er sein müsste. Bevor du über Budget sprichst, klärst du deshalb, wann sich ein Website Relaunch wirklich lohnt.
Die vier Posten, die dein Budget bestimmen
In fast jedem seriösen Angebot verteilen sich die Kosten auf dieselben vier Blöcke. Ihre Gewichtung verschiebt sich je nach Ausgangslage, ihre Reihenfolge bleibt gleich.
Bestandsaufnahme und Struktur. Alle bestehenden URLs werden erfasst, nach Zugriffen und Rankings bewertet und einer neuen Seitenordnung zugewiesen. Bei fünfzig Seiten ist das ein Tag, bei achthundert eine eigene Projektphase. Dieser Posten wird am häufigsten unterschätzt und entscheidet am stärksten über die Endsumme.
Gestaltung und Designsystem. Nicht die Zahl der Entwürfe treibt die Kosten, sondern die Zahl unterschiedlicher Seitentypen. Startseite, Leistungsseite, Referenz, Blog, Karriere und Kontakt sind sechs Typen. Vierzig Unterseiten desselben Typs kosten kaum mehr als vier.
Umsetzung und Migration. Aufbau im neuen System, Übertragung der Inhalte, Weiterleitungen, Tracking, Formulare und Schnittstellen zu vorhandenen Werkzeugen wie CRM oder Bewerbermanagement.
Inhalte. Texte, Bilder und Video. Der einzige Posten, den du teilweise selbst übernehmen kannst, und zugleich der, an dem Projekte am häufigsten liegenbleiben.
Wie stark die Blöcke sich verschieben, hängt an deiner Ausgangslage. Ein Unternehmen mit sauber gepflegter Seitenstruktur und vorhandenem Bildmaterial zahlt für dieselbe Zielsetzung deutlich weniger als eines, bei dem seit sechs Jahren jede Abteilung eigene Seiten angelegt hat. Wenn du wissen willst, wie diese Ordnung entsteht, hilft der Beitrag dazu, wie du deine Website so ordnest, dass Nutzer sie verstehen.
Die reine Preisspanne für eine professionelle Website liegt weit auseinander, und das aus nachvollziehbaren Gründen. Warum Websites zwischen 500 und 50.000 Euro kosten, erklärt sich fast vollständig über den Umfang dieser vier Blöcke.
Was ein Relaunch in welcher Größenordnung leistet
Eine Zahl ohne Leistungsumfang sagt nichts. Aussagekräftig wird ein Budget erst, wenn daneben steht, welcher Bestand damit bewegt wird und was nach dem Launch noch offen bleibt. Die folgenden Größenordnungen stammen aus Projekten im deutschsprachigen Mittelstand und beginnen bewusst bei fünftausend Euro, weil darunter kein Relaunch mit Bestandsübernahme sauber abbildbar ist.
Wichtig ist die Leserichtung. Du suchst nicht die Stufe, die zu deinem Wunschbudget passt, sondern die, die zu deinem Bestand passt. Wer achthundert Seiten mit einem Budget für sechzig migriert, spart nicht, sondern verlagert die Arbeit in die Zeit nach dem Launch, wo sie teurer ist und niemand mehr dafür eingeplant hat.
Merkmal | 5.000 bis 12.000 Euro | 12.000 bis 30.000 Euro | ab 30.000 Euro |
|---|---|---|---|
Typische Ausgangslage | überschaubare Seite, Inhalte weitgehend brauchbar | gewachsene Unternehmenswebsite mit Altlasten | mehrere Standorte, Sprachen oder Marken |
Seitenumfang | bis etwa 25 Seiten | etwa 25 bis 150 Seiten | mehrere hundert Seiten |
Struktur | bestehende Ordnung wird bereinigt | Seitenordnung wird neu entwickelt | Ordnung plus Rollen und Freigaben |
Gestaltung | Designsystem für wenige Seitentypen | vollständiges Designsystem | Designsystem über mehrere Auftritte hinweg |
Inhalte | Übernahme, punktuell überarbeitet | Kernseiten neu geschrieben | Redaktionsprojekt mit eigenem Zeitplan |
Migration | einfaches Weiterleitungskonzept | vollständige URL Zuordnung und Monitoring | Zuordnung plus Parallelbetrieb |
Nach dem Launch | Übergabe und kurze Einweisung | Betreuung über mehrere Monate | laufende Weiterentwicklung |
Wo Kosten entstehen, mit denen niemand rechnet
Drei Posten tauchen in Erstgesprächen fast nie auf und stehen später trotzdem auf der Rechnung. Sie sind kein Aufschlag der Agentur, sondern Arbeit, die ein Relaunch zwangsläufig mit sich bringt.
Der erste sind die Weiterleitungen. Google beschreibt für Umzüge mit geänderten Adressen ausdrücklich eine vollständige Zuordnung alter auf neue URLs statt einer pauschalen Regel, und weist darauf hin, dass es bei mittelgroßen Websites Wochen dauern kann, bis die neuen Adressen in der Suche stehen. Wird dieser Schritt gespart, verlierst du Sichtbarkeit, die du danach über Monate zurückkaufst. Wie das sauber läuft, steht im Beitrag Website Relaunch ohne Rankingverlust: der Migrationsplan.
Der zweite ist die Barrierefreiheit. Seit dem Barrierefreiheitsstärkungsgesetz ist sie für viele Unternehmen keine freiwillige Zusatzleistung mehr, sondern Bestandteil des Pflichtenhefts. Nachträglich eingebaut kostet sie ein Vielfaches, weil Farben, Kontraste, Fokuszustände und Formularlogik dann bereits umgesetzt sind. Was konkret verlangt wird, fasst der Beitrag dazu zusammen, was das BFSG 2026 von deiner Website verlangt.
Der dritte sind die laufenden Kosten nach dem Launch. Hosting, Domains, Lizenzen, Pflege und Weiterentwicklung laufen weiter, wenn das Projektbudget aufgebraucht ist. Rechne sie von Anfang an über drei Jahre mit, sonst vergleichst du zwei Angebote, von denen eines die Folgekosten still in die Zukunft schiebt. Eine Aufstellung dazu findest du unter Website Kosten pro Monat und Jahr realistisch kalkuliert.
Dazu kommt ein Posten, den Google für Entscheider ausdrücklich benennt. Ladezeit und Reaktionsverhalten entstehen nicht allein im Code, sondern aus Entscheidungen über Bildmaterial, Video, Werbeeinbindungen und zusätzliche Werkzeuge. Ein Relaunch, der auf jeder Seite ein Hintergrundvideo vorsieht, kauft sich damit ein Performanceproblem, das später Geld kostet.
Wie du ein Angebot liest, ohne nur auf die Endsumme zu schauen
Drei Angebote mit drei verschiedenen Summen sind kein Preisvergleich, solange nicht klar ist, ob dahinter dieselbe Leistung steht. Die entscheidende Frage lautet nicht, warum das teuerste Angebot teuer ist, sondern was im günstigsten fehlt. Meist ist es die Bestandsaufnahme, manchmal die Migration, häufig die Betreuung nach dem Launch.
Belastbar wird der Vergleich über vier Rückfragen. Wie viele Bestandsseiten sind in der Kalkulation enthalten. Wer schreibt die Texte. Wer verantwortet die Weiterleitungen und wer prüft sie nach dem Launch. Und was passiert in den ersten drei Monaten, wenn etwas nicht funktioniert. Antworten darauf trennen ein durchdachtes Angebot von einer Zahl mit Logo. Ausführlicher steht das im Beitrag Homepage erstellen lassen: Angebote richtig vergleichen.
Fast ebenso wichtig ist, was du selbst lieferst. Ein Angebot kann nur so genau sein wie die Grundlage, auf der es entsteht. Fehlen Ziele, Zielgruppen und der Umfang des Bestands, kalkuliert jede Agentur einen Sicherheitsaufschlag, und du zahlst deine eigene Unschärfe mit. Warum die meisten Webprojekte am Briefing scheitern, ist genau dieser Punkt.
Fazit: woran du erkennst, ob dein Budget trägt
Ein Relaunch Budget trägt, wenn drei Dinge zusammenpassen. Der Umfang deines Bestands ist gezählt und nicht geschätzt. Der Anlass ist ein belegter Mangel und nicht das Gefühl, die Seite sei in die Jahre gekommen. Und die Kosten nach dem Launch stehen im selben Papier wie die Projektkosten. Fehlt einer dieser Punkte, ist nicht das Budget zu klein, sondern die Grundlage zu dünn.
Was danach zählt, ist der Nachweis. Ein Relaunch ist erst erfolgreich, wenn Anfragen, Sichtbarkeit und Verweildauer sich messbar bewegen, und dafür brauchst du Ausgangswerte, die vor dem Launch erhoben wurden. Welche Zahlen das sind, steht im Beitrag darüber, welche Zahlen dir sagen, ob deine Website wirklich wirkt.
Wenn du gerade vor dieser Entscheidung stehst und wissen willst, welche Größenordnung zu deinem Bestand passt, unterstützen wir dich von der Bestandsaufnahme bis zum Launch. Melde dich mit der Zahl deiner Bestandsseiten und deinem Anlass, dann bekommst du eine belastbare Einschätzung statt einer Hausnummer.
Quellen
Nielsen Norman Group über die Wahl zwischen vollständigem Neuaufbau und schrittweiser Verbesserung
nngroup.com/articles/radical-incremental-redesignGoogle Search Central zur Migration einer Website mit geänderten Adressen
developers.google.com/search/docs/…/site-move…Google web.dev über Core Web Vitals aus Sicht von Entscheidern im Unternehmen
web.dev/articles/optimize-cwv-business












