Wie du Angebote vergleichst, wenn du eine Homepage erstellen lässt

Drei Angebote für dieselbe Homepage, und zwischen dem niedrigsten und dem höchsten Preis liegt der Faktor zehn. Das liegt fast nie am Stundensatz, sondern daran, dass die drei etwas völlig Verschiedenes anbieten. Hier steht, wie du das aus den Unterlagen herausliest, bevor du unterschreibst.

Lesedauer: 7min

Drei unterschiedlich dicke Angebotsmappen liegen leicht versetzt übereinander und zeigen, wie weit der Leistungsumfang auseinandergeht, wenn man eine Homepage erstellen lässt

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Drei unterschiedlich dicke Angebotsmappen liegen leicht versetzt übereinander und zeigen, wie weit der Leistungsumfang auseinandergeht, wenn man eine Homepage erstellen lässt

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Warum drei Angebote für dieselbe Homepage so weit auseinanderliegen

Du verschickst dieselbe Anfrage an drei Anbieter und bekommst 4.800 Euro, 14.000 Euro und 39.000 Euro zurück. Der erste Reflex ist, den mittleren Wert zu nehmen und zu hoffen, dass er stimmt. Genau das ist der teuerste Schritt in diesem Prozess, weil er unterstellt, dass alle drei dasselbe gerechnet haben.

Haben sie nicht. Der eine kalkuliert fünf Seiten auf einer vorhandenen Vorlage, der zweite eine eigens entwickelte Struktur samt Texten und Bildmaterial, der dritte zusätzlich Markenarbeit, Barrierefreiheit und eine Schulung für dein Team. Alle drei erfüllen den Satz, du wolltest eine Homepage erstellen lassen. Nur beantworten sie unterschiedliche Fragen. An anderer Stelle haben wir aufgeschrieben, warum Websites zwischen 500 und 50.000 Euro kosten, und diese Spanne ist keine Willkür, sondern die Folge sehr verschiedener Leistungsbilder.

Ein Angebot vergleichbar zu machen heißt deshalb nicht, Preise nebeneinanderzulegen. Es heißt, aus jedem Dokument dieselben Punkte herauszuziehen und zu sehen, wo Lücken bleiben. Was fehlt, ist nicht stillschweigend inbegriffen. Es ist nicht enthalten und taucht später als Nachtrag wieder auf, meistens zu einem Zeitpunkt, an dem du den Anbieter nicht mehr wechseln kannst.

Was die Preisspanne tatsächlich abbildet

Der Preis einer Homepage entsteht selten aus Seitenanzahl mal Stundensatz. Er bildet ab, wie viel Denkarbeit vor der ersten Gestaltung liegt und wie viel Verantwortung nach dem Start übernommen wird. Beides steht nicht in der Summe, sondern in den Zeilen darüber.

Ein Anbieter, der ohne Rückfragen ein Angebot schickt, hat den zweiten Teil nicht eingerechnet. Er kann es nicht, weil er dein Geschäft nicht kennt. Ein Angebot, das nach einem Gespräch über Zielgruppe, Anfragewege und Bestandsinhalte entsteht, ist auch dann das bessere, wenn es höher liegt. Wie stark diese Vorarbeit das Ergebnis trägt, zeigt sich am deutlichsten daran, dass die meisten Webprojekte am Briefing scheitern und nicht an der Gestaltung.

Der zweite große Posten ist der Umgang mit Inhalten. Texte, Bilder und Datenpflege verschlingen in der Praxis mehr Zeit als jedes Layout. Steht im Angebot, dass du die Inhalte lieferst, ist das eine faire Vereinbarung, aber sie kostet dich Arbeitszeit im eigenen Haus. Diese Stunden gehören in deinen Vergleich, sonst rechnest du zwei Angebote gegeneinander, von denen eines einen Teil der Arbeit an dich zurückgibt. Ähnlich verhält es sich mit der Zeit: wie lange die Erstellung einer Website wirklich dauert, hängt weniger vom Anbieter ab als davon, wie schnell Freigaben und Inhalte aus deinem Unternehmen kommen.

Zwei Angebotsblätter stehen sich getrennt durch eine gestrichelte Linie gegenüber, links drei Positionen, rechts elf, als Bild für den Detailgrad eines Angebots

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Zwei Angebotsblätter stehen sich getrennt durch eine gestrichelte Linie gegenüber, links drei Positionen, rechts elf, als Bild für den Detailgrad eines Angebots

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Woran du den Leistungsumfang in einem Angebot erkennst

Ein belastbares Angebot lässt sich in drei Blöcke zerlegen. Fehlt einer davon komplett, ist das kein Preisvorteil, sondern eine offene Flanke.

Konzept und Struktur

Hier steht, wie viele Seiten entstehen, welche Inhalte darauf liegen und in welcher Reihenfolge ein Besucher sie erreicht. Steht im Angebot nur eine Zahl wie fünf Unterseiten, ohne dass jemand deren Zweck benennt, wurde die Struktur nicht geplant, sondern geschätzt. Was daraus folgt, beschreibt der Beitrag darüber, was du für eine professionelle Website wirklich brauchst.

Gestaltung und Umsetzung

Entscheidend ist, ob du Entwürfe siehst, bevor gebaut wird, wie viele Korrekturschleifen enthalten sind und was eine zusätzliche kostet. Zwei Schleifen sind der Regelfall, drei sind großzügig, unbegrenzt ist ein Warnzeichen, weil niemand unbegrenzt arbeitet und die Grenze dann im Projekt ausgehandelt wird statt im Vertrag.

Achte außerdem darauf, ob die Gestaltung an einer Vorlage hängt oder an deiner Marke. Der Unterschied fällt beim ersten Entwurf kaum auf und später umso mehr, sobald eine neue Seite gebraucht wird, für die die Vorlage nichts vorsieht. Wie stark ein durchgezogener Auftritt auf die Wahrnehmung wirkt, zeigt der Beitrag darüber, wie aus deiner Marke auf der Website echtes Vertrauen wird.

Technik, Recht und Übergabe

In diesen Block gehören Ladezeit, mobile Darstellung, Barrierefreiheit, Datenschutz und die Frage, wem am Ende was gehört. Seit dem Barrierefreiheitsstärkungsgesetz ist der dritte Punkt für viele Unternehmen keine Kür mehr, sondern eine Anforderung mit Frist. Was genau das BFSG 2026 von deiner Website verlangt, solltest du kennen, bevor du ein Angebot annimmst, in dem das Wort Barrierefreiheit nicht vorkommt.

Agentur, Freelancer oder das eigene Team

Die drei Wege unterscheiden sich weniger im Ergebnis als im Risiko und in der Belastung deiner eigenen Leute. Wer eine Homepage erstellen lassen will, sollte diese Entscheidung vor der Anbieterauswahl treffen, weil sie bestimmt, welche Angebote überhaupt vergleichbar sind. Die folgende Übersicht fasst zusammen, was die drei Wege in der Praxis voneinander trennt.

Kriterium

Agentur

Freelancer

Eigenes Team

Typisches Budget

ab 5.000 Euro aufwärts

2.000 bis 12.000 Euro

keine Rechnung, dafür gebundene Arbeitszeit

Abgedeckte Gewerke

Strategie, Text, Design, Technik aus einer Hand

meist ein bis zwei Schwerpunkte

abhängig von den vorhandenen Rollen

Ausfallrisiko

Vertretung im Team vorhanden

Krankheit stoppt das Projekt

Tagesgeschäft verdrängt das Projekt

Betreuung nach dem Start

vertraglich geregelt

nach Verfügbarkeit

bleibt dauerhaft bei dir

Dein Steuerungsaufwand

gering, ein Ansprechpartner

mittel, du koordinierst Lücken

hoch, du führst das Projekt selbst

Passt, wenn

der Auftritt Anfragen bringen muss

der Umfang klein und klar ist

Fachwissen und freie Kapazität da sind

Damit die Angebote danach überhaupt auf einer Linie stehen, rechne jedes auf denselben Umfang um. Nimm die höchste angebotene Seitenzahl als Bezug, ergänze bei den anderen die fehlenden Positionen mit deren eigenen Einzelpreisen und addiere die Arbeitszeit, die dein Team im jeweiligen Modell selbst übernimmt. Eine Stunde interner Aufwand ist keine kostenlose Stunde. Nach dieser Umrechnung schrumpft die anfängliche Spanne meistens von einem Faktor zehn auf einen Faktor zwei, und genau dieser Rest ist die Zahl, über die zu sprechen sich lohnt.

Ein Raster gleichartiger Kacheln mit zwei blau markierten Feldern steht für eine Prüfliste, mit der du eingegangene Angebote Punkt für Punkt abgleichst

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Ein Raster gleichartiger Kacheln mit zwei blau markierten Feldern steht für eine Prüfliste, mit der du eingegangene Angebote Punkt für Punkt abgleichst

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Welche Fragen ein belastbares Angebot beantwortet

Bevor du Preise vergleichst, prüfe jedes Dokument gegen dieselbe Liste. Was sich nicht beantworten lässt, ist eine offene Position und gehört vor der Zusage geklärt.

  • Wie viele Seiten sind enthalten, und was passiert, wenn eine dazukommt?

  • Wer schreibt die Texte und wer beschafft die Bilder?

  • Wie viele Korrekturschleifen sind eingerechnet, und was kostet eine weitere?

  • Welche technischen Werte werden zugesagt, etwa zur Ladezeit und zur mobilen Darstellung?

  • Ist Barrierefreiheit im Umfang, und auf welchem Prüfniveau?

  • Wem gehören Entwürfe, Quelldateien und Zugänge nach dem Start?

  • Was kostet der Betrieb im Monat, und was ist darin enthalten?

  • Wer ist erreichbar, wenn zwei Monate nach dem Start etwas nicht funktioniert?

Die letzten drei Punkte werden am häufigsten übersehen und kosten am meisten. Ein Auftritt ohne geregelte Pflege verliert messbar an Sichtbarkeit, deshalb lohnt der Blick darauf, was eine Website im Monat und im Jahr wirklich kostet, bevor du das Projektbudget freigibst.

Was nach der Zusage im Vertrag stehen sollte

Ein gutes Angebot wird zu einem schlechten Projekt, wenn der Vertrag es nicht abbildet. Drei Punkte entscheiden darüber, ob du im Streitfall handlungsfähig bleibst.

Erstens die Übergabe. Zugänge zu Domain, Hosting und Redaktionssystem gehören dir, nicht dem Anbieter. Steht das nicht im Vertrag, bist du bei jedem künftigen Wechsel auf Wohlwollen angewiesen. Zweitens die Abnahme. Sie braucht ein Kriterium, an dem sie sich messen lässt, nicht nur einen Termin. Eine Liste geprüfter Punkte vor dem Start ist dafür der einfachste Weg, und was du vor dem Go Live deiner Website prüfen musst, lässt sich fast unverändert als Abnahmeprotokoll verwenden. Drittens die Zahlungsstaffel. Üblich sind drei Raten, gekoppelt an Konzept, Abnahme und Livegang. Eine Vollzahlung vor Projektbeginn ist unüblich und nimmt dir jeden Hebel.

Wenn Systeme im Spiel sind, die dein Team später selbst bedienen soll, gehört auch die Einweisung in den Vertrag. Ein Anbieter, der sein Werkzeug beherrscht, plant sie von selbst ein. Woran sich das erkennen lässt, beschreibt der Beitrag dazu, woran du eine erfahrene Framer Agentur wirklich erkennst.

Fazit: Das beste Angebot ist das nachvollziehbarste

Wer eine Homepage erstellen lassen will, kauft keine Datei, sondern eine Kette von Entscheidungen: Struktur, Inhalte, Technik, Recht und Betrieb. Das Angebot, das diese Kette sichtbar macht, ist auch dann das sicherere, wenn es nicht das niedrigste ist. Ein Dokument mit einer einzigen Summe und drei Stichpunkten spart im Vergleich Zeit und kostet im Projekt ein Vielfaches davon. Übrigens lohnt es sich, vorher den Unterschied zwischen Homepage und Website zu klären, weil beide Begriffe in Angeboten für sehr unterschiedliche Umfänge stehen.

Nimm dir die Prüfliste oben, lege die eingegangenen Angebote daneben und markiere jede Lücke. Bleiben zwei Anbieter mit vergleichbarem Umfang übrig, entscheidet die Zusammenarbeit und nicht der Preis. Wie wir Projekte in diesem Rahmen aufsetzen, zeigen unsere Leistungen, und wenn du deine Angebote gegenlesen lassen möchtest, erreichst du uns über das Kontaktformular.

Quellen

  1. W3C: Web Content Accessibility Guidelines 2.2 mit den Prüfkriterien für barrierefreie Websites
    w3.org/TR/WCAG22/

  2. Google web.dev: Core Web Vitals als messbare Grenzwerte für Ladeverhalten und Bedienbarkeit
    web.dev/articles/vitals

  3. Nielsen Norman Group: Warum die Discovery Phase vor der Gestaltung steht und was sie liefert
    nngroup.com/articles/discovery-phase/

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