Woran du die richtige Agentur für deinen Website Relaunch erkennst
Im Erstgespräch zeigt dir fast jede Agentur ihre schönsten Projekte. Kaum eine zeigt dir, wie sie mit zwölf Jahren gewachsener Substanz, alten Adressen und verdienten Rankings umgeht. Genau daran entscheidet sich ein Relaunch. Hier stehen die Kriterien, die Angebote vergleichbar machen.
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Warum ein Relaunch andere Anforderungen stellt als eine neue Website
Eine neue Website entsteht auf leerer Fläche. Es gibt keine Adressen, die weiterleiten müssen, keine Rankings, die verloren gehen können, und keine Redaktion, die seit Jahren nach einem bestimmten Muster arbeitet. Ein Relaunch beginnt an einer völlig anderen Stelle: Alles, was da ist, ist gleichzeitig Kapital und Last.
Deshalb greift der übliche Auswahlweg zu kurz. Wer drei Agenturen anfragt, drei Angebote nebeneinanderlegt und den mittleren Preis nimmt, vergleicht Gestaltungsleistung. Die Risiken eines Relaunch liegen aber nicht in der Gestaltung. Sie liegen in der Migration, in der Struktur der Inhalte und in der Frage, wer nach dem Launch weiterarbeiten kann.
Bevor du überhaupt auswählst, sollte der Anlass geklärt sein. Ein Relaunch, der nur aus Unzufriedenheit mit der Optik entsteht, führt fast immer zu einem teuren Ergebnis ohne messbare Wirkung. Der Beitrag darüber, wann sich ein Website Relaunch wirklich lohnt, hilft dir bei dieser Vorentscheidung. Erst danach ist eine Anfrage sinnvoll.
Der Bestand ist die eigentliche Aufgabe
Auf einer gewachsenen Unternehmenswebsite liegen oft mehrere hundert Unterseiten, von denen nur ein Bruchteil überhaupt Besucher bekommt. Eine Agentur, die den Bestand nicht erhebt, kann dir auch nicht sagen, was davon übernommen, zusammengefasst oder abgeschaltet gehört. Sie baut dann eine neue Seite neben die alte und übergibt dir das Problem zusammen mit der Rechnung.
Die technische Seite dieser Übergabe ist bekannt und beherrschbar. Wie ein Weiterleitungskonzept aufgebaut sein muss, damit die Sichtbarkeit die Migration überlebt, steht im Beitrag darüber, wie du beim Website Relaunch deine Rankings mitnimmst. Entscheidend ist, dass deine künftige Agentur dieses Thema von sich aus anspricht und nicht erst auf Nachfrage.
Das unterscheidet die Auswahl auch von einem Erstprojekt. Wenn du noch keine Website hast, geht es vor allem um Leistungsumfang und Preis, und dafür gibt es einen eigenen Weg, den der Beitrag darüber beschreibt, wie du Angebote vergleichst, wenn du eine Homepage erstellen lässt. Beim Relaunch kommt eine Dimension hinzu, die dort schlicht nicht vorkommt.
Die Kriterien, an denen sich eine Relaunch Agentur messen lässt
Die folgenden Punkte lassen sich in jedem Erstgespräch prüfen, ohne dass du technisches Vorwissen brauchst. Sie sind bewusst so formuliert, dass eine ausweichende Antwort auffällt.
Sie fragt nach deinen Bestandsseiten, bevor sie über Gestaltung spricht, und will wissen, wie viele es sind und woher der Traffic kommt.
Sie bringt ein Weiterleitungskonzept von sich aus zur Sprache und beziffert den Aufwand dafür getrennt.
Sie fragt, wer bei euch später Inhalte pflegt, und richtet das Redaktionssystem an dieser Person aus statt an sich selbst.
Sie benennt messbare Ziele für den Zeitraum nach dem Launch, nicht nur einen Liefertermin.
Sie sagt dir, was sie nicht macht, und nennt dafür einen Partner oder einen klaren Ausschluss im Angebot.
Sie erklärt, wie Barrierefreiheit und Ladezeit im Projekt entstehen, statt sie als selbstverständlich zu behaupten.
Der letzte Punkt wird häufig unterschätzt. Barrierefreiheit und Geschwindigkeit sind keine Eigenschaften, die man einer fertigen Seite nachträglich verpasst. Sie entstehen in der Struktur, also genau in der Phase, die ein Angebot oft in einem Satz abhandelt.
Welcher Agenturtyp zu deinem Vorhaben passt
Die Bezeichnung Agentur deckt sehr verschiedene Organisationsformen ab. Welche davon zu dir passt, hängt weniger an der Größe deines Unternehmens als daran, wie viel Steuerung du selbst übernehmen kannst und wie eng Gestaltung, Technik und Text zusammenhängen müssen.
Eine Full Service Agentur deckt Kampagne, Marke und Website ab und ist stark, wenn der Relaunch Teil eines größeren Markenauftritts ist. Sie ist teurer, weil du Strukturen mitbezahlst, die du in einem reinen Website Projekt nicht auslastest. Eine spezialisierte Webagentur macht weniger, aber das täglich. Sie ist der Regelfall für einen Relaunch mit Bestand. Freelancer und kleine Kollektive sind schnell und günstig, tragen aber ein Ausfallrisiko, das bei einem laufenden Unternehmensauftritt real ist.
Die Wahl des Systems gehört in dieselbe Entscheidung. Manche Agenturen arbeiten ausschließlich in einer Umgebung und empfehlen dir deshalb genau diese. Das muss kein Nachteil sein, solange die Begründung inhaltlich trägt. Welche Fragen dabei wirklich zählen, steht im Beitrag darüber, wie du das CMS findest, das zu deinem Unternehmen passt. Wer ein System empfiehlt, ohne nach deinem Redaktionsalltag zu fragen, empfiehlt sich selbst.
Die folgende Übersicht fasst zusammen, wo die drei Typen ihre Stärken haben.
Kriterium | Full Service Agentur | Spezialisierte Webagentur | Freelancer oder Kollektiv |
|---|---|---|---|
Passt bei | Relaunch als Teil eines Markenauftritts | Relaunch mit gewachsenem Bestand | klar umrissenem Teilprojekt |
Erfahrung mit Migration | vorhanden, aber selten im Kernteam | täglich im Einsatz | stark schwankend |
Steuerungsaufwand bei dir | gering, feste Ansprechperson | gering bis mittel | hoch, du koordinierst selbst |
Preisniveau | am höchsten | mittel | am niedrigsten |
Risiko bei Ausfall | gering, Team fängt auf | gering bis mittel | hoch, Projekt steht still |
Betreuung nach dem Launch | vertraglich geregelt | meist vertraglich geregelt | oft ungeklärt |
Wie du Angebote vergleichbar machst
Drei Angebote sind nur dann vergleichbar, wenn alle drei auf dieselbe Beschreibung antworten. Genau daran scheitern die meisten Auswahlverfahren: Jede Agentur bekommt eine etwas andere Erzählung, legt einen eigenen Umfang zugrunde und liefert eine Zahl, die mit den anderen nichts zu tun hat. Warum ein sauberes Briefing der wirksamste Hebel im gesamten Projekt ist, steht im Beitrag darüber, warum die meisten Webprojekte am Briefing scheitern.
Auf gleiche Grundlage bringen
Nenne allen Anbietern dieselben Eckdaten: Zahl der Bestandsseiten, Sprachen, angebundene Systeme, wer pflegt, welcher Anlass hinter dem Relaunch steht und bis wann er stehen soll. Lass dir den Preis in Blöcke zerlegen, mindestens in Konzept, Gestaltung, Umsetzung, Migration und Inhalte. Ein Angebot mit einer einzigen Summe ist kein Angebot, sondern eine Hausnummer.
Wenn die Zahlen dann weit auseinanderliegen, ist das kein Grund zur Sorge, sondern eine Information. Meist steckt der Unterschied in Inhalten und Migration, nicht in der Gestaltung. Woraus sich ein Budget tatsächlich zusammensetzt, zeigt der Beitrag darüber, woraus sich die Kosten für einen Website Relaunch ergeben.
Zeit und Mitwirkung ehrlich ansetzen
Ein Termin ist nur belastbar, wenn auch deine eigene Zuarbeit darin steht. Freigaben, Texte, Bildmaterial und Rückmeldungen aus dem Haus sind in fast jedem Projekt die Stelle, an der die Zeit verloren geht, und kein Anbieter kann sie für dich übernehmen. Welche Phasen realistisch wie lange dauern, steht im Beitrag darüber, wie lange die Erstellung einer Website wirklich dauert. Ein Angebot, das mit sechs Wochen wirbt und deine Mitwirkung nicht erwähnt, verschiebt das Risiko auf dich.
Woran du im Portfolio echte Substanz erkennst
Ein Portfolio zeigt, was gestalterisch möglich war, und verschweigt fast immer, unter welchen Bedingungen. Interessant wird es erst, wenn du dieselbe Frage stellst, die auch für dein Projekt zählt: Was war vorher da, und was ist daraus geworden?
Frage deshalb nach einem Projekt mit Bestand, nicht nach dem schönsten Entwurf. Wie viele Seiten wurden übernommen, wie viele zusammengeführt, wie hat sich die Sichtbarkeit in den ersten drei Monaten nach dem Launch entwickelt? Eine Agentur, die darauf antworten kann, hat den Prozess wirklich begleitet. Eine, die auf die Gestaltung ausweicht, hat vermutlich neu gebaut und den Rest sich selbst überlassen. Woran eine belastbare Fallstudie zu erkennen ist, beschreibt der Beitrag darüber, wie Case Studies auf einer Website neue Kunden überzeugen.
Sieh dir die Referenzen außerdem im Betrieb an und nicht nur als Bild. Öffne zwei oder drei der genannten Projekte selbst, auf dem Telefon und am Rechner, und achte auf Ladeverhalten, Struktur und Lesbarkeit. Wenn die eigenen Referenzen langsam sind, wird deine es auch. Bei spezialisierten Anbietern lässt sich das noch weiter zuspitzen, wie der Beitrag darüber zeigt, woran du eine erfahrene Framer Agentur wirklich erkennst.
Was nach der Unterschrift trägt
Prüfe vor der Zusage drei Dinge, die im Angebot gern unter den Tisch fallen. Erstens die Rechte: Gestaltung, Quelldateien und Zugänge gehören nach der Bezahlung dir. Zweitens den Betrieb: Wer aktualisiert, sichert und behebt Störungen, zu welchem Preis und in welcher Frist. Drittens die Abnahme: Woran wird gemessen, ob das Ergebnis stimmt, und wann gilt es als geliefert.
Gerade der dritte Punkt macht aus einem Geschmacksurteil eine überprüfbare Vereinbarung. Ladezeit, Barrierefreiheit und Anfragen lassen sich beziffern, und diese Werte gehören vor dem Start erhoben, nicht danach. Welche Kennzahlen dafür taugen, steht im Beitrag darüber, welche Zahlen dir sagen, ob deine Website wirklich wirkt.
Fazit: Die Auswahl entscheidet, bevor die erste Zeile steht
Der Unterschied zwischen einem gelungenen und einem teuren Relaunch liegt selten im Entwurf. Er liegt darin, ob jemand deinen Bestand verstanden, die Migration geplant und den Betrieb nach dem Launch mitgedacht hat. Diese drei Punkte kannst du in jedem Erstgespräch abfragen, lange bevor über Geld gesprochen wird.
Wenn du gerade vor dieser Auswahl stehst und wissen willst, was dein Bestand tatsächlich verlangt, unterstützen wir dich von der Bestandsaufnahme über die Migration bis zum Launch. Melde dich mit der Zahl deiner Bestandsseiten und dem Anlass des Relaunch, dann bekommst du eine belastbare Einschätzung statt eines Angebots ins Blaue.
Quellen
Nielsen Norman Group über die Entdeckungsphase, in der Ziele und Rahmen eines Projekts festgelegt werden
nngroup.com/articles/discovery-phaseNielsen Norman Group über die Wahl zwischen radikalem Neuaufbau und schrittweiser Überarbeitung
nngroup.com/articles/radical-incremental-redesignGoogle web.dev über die Core Web Vitals als messbare Qualitätskriterien einer Website
web.dev/articles/vitalsW3C Web Accessibility Initiative über die Richtlinien für barrierefreie Webinhalte
w3.org/WAI/standards-guidelines/wcag












